Social Fabric ist ein unabhängiges Atelier, das lokale Produktion und soziale Integration vereint. In Zürich betreibt der Verein eine Textilproduktion und bringt eine Community von Textilbegeisterten zusammen. Sie ermöglichen Menschen mit Fluchtgeschichte Zugang zu Arbeit, Ausbildung und sozialer Interaktion und möchten damit als Vorbild vorangehen.
Text: Social Fabric
Offenes Nähatelier – Integration funktioniert auch über die Nähmaschine
Es wird viel gelacht, genäht und gearbeitet. Geflüchtete aus verschiedensten Krisenregionen treffen sich hier, im freundlichen, hellen Nähatelier, wo sie am Donnerstagmorgen- oder nachmittag willkommen sind. Es ist eine vertraute Tätigkeit, die sie aus ihrer Heimat kennen – Frauen wie Männer. Dass bei Social Fabric Nähmaschinen und jeglicher Nähbedarf zur Verfügung steht, ist wichtig für die Teilnehmenden. Sie haben meist nur die minimale Existenzsicherung zur Verfügung und einen unsicheren Aufenthaltsstatus. Das offene Nähatelier ist ein sicherer Ort, wo die Integration beginnt: mit Ermutigung, Erfolgserlebnissen, einer sinnvollen Tätigkeit, mit einem sozialen Netz und ersten Deutschkenntnissen.
Produktion – mit Ausbildungsplätzen für Geflüchtete
Auch hier sind Geflüchtete im Einsatz, im Rahmen eines Praktikums, einer Vorlehre, einer EBA-Lehre oder als Teilzeitmitarbeitende. Aus Resten entsteht etwas Neues – Nachhaltigkeit wird bei Social Fabric konsequent umgesetzt. Nicht nur Segel werden weiterverarbeitet, je nach Wunsch und Auftrag der Kund:innen kommen verschiedene Restmaterialien zum Einsatz. Mit ihrem neusten Produkt, dem Geschirrtuch Neuthal, machen sie auf die Schweizer Textilgeschichte aufmerksam. Die Tücher wurden auf historischen Maschinen im Zürich Oberland gewoben.
Netzwerk – Inspiration raus in die Gesellschaft
Social Fabric wird als NPO und von einem kleinen, professionellen Team geführt und von privaten Spender*innen und Sponsor*innen unterstützt. Über 15 Freiwillige Mitarbeitende engagieren sich für das Projekt und stellen ihr Können und Wissen zur Verfügung. Ein wachsendes Netzwerk mit Partnerschaften, wie zum Beispiel AOZ, HEKS oder SRK trägt Social Fabric mit, schafft Innovation und gegenseitigen Gewinn.